• Die Heiligen sprechen für sich

    Kaiser Diokletian fasste während der letzten Christenverfolgung des Römischen Reiches das perfide Kalkül, nicht bloß jene Christen hinzumartern, die den Staatsgöttern nicht opfern wollten, sondern auch historische Textzeugnisse zu vernichten, die frühen Märtyrer dem verzehrenden Feuer der Damnatio memoriae zu überlassen. Die junge Kirche sammelte die fromme Erinnerung der Blutzeugen in ihren Legenden, mit dem großen Nachteil, dass einer Heiligenvita die historische Faktizität abhanden gekommen ist. Eberhard von Gemmingens jüngstes Buch stützt sich nicht auf die Vergangenheit, den Heiligen versperrt keine Legende den Zugang zur Gegenwart. Der ehemalige Leiter von Radio Vatikan wählt einen rhetorischen Trick, um die Stimme der Heiligen wieder zu Gehör zu bringen: seine Predigten und Morgenandachten…