• Literatur : Religion

    Seit 2016 bietet der Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück über seinen Lehrstuhl eine Poetikdozentur „Literatur und Religion“ an, von der führende zeitgenössische Schriftsteller Gebrauch machen konnten. Nach zwei Bänden mit Wiener Vorlesungen und über das Werk des Schweizers Thomas Hürlimann führt Tück in einem dritten Band nun das direkte Gespräch „im Zwischenraum von Literatur und Religion“ mit seinen geladenen Autoren. Es sind keine „Interviews“, sondern Dialoge eines profilierten Theologen mit Meistern des Wortes und der literarischen Darstellung. Bei jedem der sieben Schriftsteller werden religiöse Kerngedanken angesprochen. Sibylle Lewitscharow spricht über ihren Roman „Das Pfingstwunder“ (Berlin 2016), der mit Ironie von einer Dante-Tagung handelt und dabei den Höllen der Geschichte und der…

  • Wie Barmherzigkeit dekliniert wird

    Barmherzigkeit ist die erste Eigenschaft Gottes (85), sein Name (110), der Ausdruck seines Wesens und damit die befreiende Botschaft selbst. Papst Franziskus ist meisterhaft in der Formulierung von direkten und einprägsamen Formulierungen, vermutlich weil er selbst eine Ikone der Barmherzigkeit ist. Als Dreh- und Angelpunkt stellt er sie immer intensiver in das Zentrum seines Pontifikates, auch nach dem „Jahr der Barmherzigkeit“. Der Papst hat seinen Dienst der Liebesbeziehung zwischen Gott und Mensch geweiht, so wie Johannes Paul II. sein Amt dem Glaubensbekenntnis und Benedikt XVI. der Hoffnungsbegründung verschrieben hatte. Glaube – Hoffnung – Liebe. Gott schenkt seine Barmherzigkeit grenzenlos, über alle Vorstellungen der Menschen hinaus. Franziskus erinnert in diesem Büchlein…