• Titelbild: Kösters, Ruff: Die katholische Kirche im Dritten Reich

    Kirche und Regime

    Die Momentaufnahme des Umschlagbildes könnte entweder den Opfergang der Katholischen Kirche im Dritten Reich versinnbildlichen, einen Gleichschritt der verschwiegenen Mittäterschaft suggerieren oder auch die Entschlossenheit, den Feinden des Kreuzes entgegenzutreten. Die Katholische Kirche im Dritten Reich ist Gegenstand der Geschichtsdeutung. Sie steht damit im Kreuzfeuer der Kritik. Besondere Wendepunkte drängen sie bisweilen mit dem Rücken zum Schicksal. Mit dem in 2. Auflage erschienen Leitfaden vertreten die Herausgeber die Absicht, eine konzise und lesbare Einführung bereitzustellen, in der Gewissheit, eine ausführliche Darstellung mittels dieser knappen Übersicht keineswegs ersetzen zu können. In chronologischer Reihenfolge behandeln zehn Beiträge das wechselvolle Verhältnis zwischen Kirche, Republik und Diktatur, deuten sie in neuer Perspektive in politischer,…

  • Literatur : Religion

    Seit 2016 bietet der Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück über seinen Lehrstuhl eine Poetikdozentur „Literatur und Religion“ an, von der führende zeitgenössische Schriftsteller Gebrauch machen konnten. Nach zwei Bänden mit Wiener Vorlesungen und über das Werk des Schweizers Thomas Hürlimann führt Tück in einem dritten Band nun das direkte Gespräch „im Zwischenraum von Literatur und Religion“ mit seinen geladenen Autoren. Es sind keine „Interviews“, sondern Dialoge eines profilierten Theologen mit Meistern des Wortes und der literarischen Darstellung. Bei jedem der sieben Schriftsteller werden religiöse Kerngedanken angesprochen. Sibylle Lewitscharow spricht über ihren Roman „Das Pfingstwunder“ (Berlin 2016), der mit Ironie von einer Dante-Tagung handelt und dabei den Höllen der Geschichte und der…

  • Bestattungsformen im Wandel der Zeit

    Selbstredend impliziert das Proömium der Pastoralkonsitution auch die „Trauer und Angst“ jener Menschen, die an der Schwelle eines Grabes stehen. Die kirchlichen Begräbnisrituale im Gefolge des Zweiten Vatikanums intonieren neben dem soteriologischen einen missionarisch-österlichen Aspekt (SC 81), wodurch auch die „Freude und Hoffnung“ der Christen zu Gehör gebracht wird. Parallel zur Kirchenversammlung erlaubte das Hl. Officium 1963 die Feuerbestattung, sofern dadurch nicht der Glaube an die Auferstehung ausdrücklich geleugnet wird. Mit zunehmender Urbanisierung und Säkularisierung gesellschaftlichen Lebens etablierte sich die Feuerbestattung zum städtischen Trend. Den daraus erwachsenden Fragenkatalog im kulturantropologischen, rechtsphilosophischen, moralphilosophischen sowie liturgischen Blickwinkel trägt der vorliegende Tagungsband Rechnung. Norbert Fischers Beitrag (9-23) rekapituliert die Genese von Feuerbestattung und…