Kampfansage gegen die Angst

Was ist es, das uns daran hindert, das Tugendhafte umzusetzen? Die eigene Angst! Sie hat einen so großen Einfluss auf unser Leben, dass vermutlich nur ein kleiner Teil der Möglichkeiten, die wir hätten, umgesetzt wird. Mit dem Büchlein „Mut“ möchte Frank Duff zur christlichen Zivilcourage motivieren. Wenn sich seine Worte auch primär an die Mitglieder der von ihm gegründeten Legion Mariens richten, der größten Organisation für das katholische Laienapostolat, so können seine Gedanken ohne große Mühe das eigene Leben bereichern. Frank Duff ruft zu einer Kampfansage gegen die Angst auf. Die Berufung zur Tugend des Mutes sollte allen Christen zu Eigen sein. Sie kann uns von der Umklammerung lösen und den Weg zu größeren Werken bahnen.

Zu Beginn beschreibt der Autor den verhängnisvollen Einfluss und die Auswirkungen der Angst, oder anders gesagt den Verlust, der durch die Hemmung der Angst entstehen kann. Der Mensch sollte sich deshalb von der hindernden Angst lösen, um Größeres vollbringen zu können. Folglich wird die Wichtigkeit des Mutes klar vor Augen geführt und sogar als „die Blüte des Lebens“ bezeichnet, hingegen die Angst als „lebensfeindlich“. Ein Legionär/Christ ohne diese Tugend nützt der Legion/der Kirche nichts, da ein Mensch, der sich keinen Ängsten stellt, auf einem „niedrigen Niveau“ bleibt und die schönsten Möglichkeiten ungenutzt lässt. „Angst zerstört viel Gutes schon im Kern.“ Frank Duff ist überzeugt, dass dem Einfluss von Furcht durch das System der Legion Mariens entgegen gewirkt werden kann. Der Einzelnen kann über seinen Schatten springen und im besten Fall sein ganzes Leben zum Besseren ordnen.

Er nennt auch Mittel, wie ein „entschlossener Feldzug“ gegen die Menschenfurcht begonnen werden kann: in dem man zum Beispiel ein religiöses Abzeichen sichtbar trägt oder treu, auch in der Öffentlichkeit, ein Kreuzzeichen vor den Mahlzeiten macht. Im Folgenden wird zwischen Mut und Tollkühnheit unterschieden. Echte Heiligkeit hat immer mit heroischer Tugend zu tun. Mut hat aber nichts mit Tollkühnheit oder Angeberei zu tun. Furcht ist in bestimmten Situationen sogar ein Schutz und kann uns vor Leichtsinn schützen. Den Instinkt der Angst gilt es dort zu überwinden, wo er unsere religiösen Pflichten, die wir im richtigen Verhältnis von Stärke, Sanftmut und Milde erfüllen sollen, zurückschrecken lässt. Das Üble in der Welt kann nur überwunden werden, wenn Menschen tapfer dagegen kämpfen.

Abschließend gesteht der Autor ein, dass es sehr herausfordernd, ja sogar furchtbar sein kann, sich gegen die Furcht beständig zu wehren. Wir sind aber dazu berufen, die steilen Pfade zu besteigen, auch wenn sie für uns Verfolgung und Lebenshingabe bedeuten könnten. In der Gottesmutter Maria haben wir ein gutes Vorbild. Sie hat nicht gezaudert und ging von Anfang an unerschütterlich voran. Daher können wir, wenn wir fühlen, dass uns die Angst ergreifen will, um uns von unseren Pflichten abzuhalten, an Maria denken.

Das Buch regt an, sich der eigenen Schreckhaftigkeit bewusst zu werden und den Kampf gegen die schlummernde Angst, die einen von bestimmten, gut gemeinten Handlungen abhält, aufzunehmen.

Frank Duff (1889-1980) wurde vom Geist der Gemeinschaft Verein des hl. Vinzenz von Paul und von der Spiritualität des Heiligen Ludwig Maria von Montfort geprägt. Besonders in den Armen sah er Christus. Er war überzeugt, dass alle Menschen ohne Ausnahme berufen sind, Heilige zu sein. Im Juli 1996 wurde sein Seligsprechungsprozess eingeleitet.

Klaus Pirchmoser

Duff, Frank: Mut. Ein Kennzeichen der Legion Mariens, Verlag Legion Mariens Senatus von Österreich 2018, 29 Seiten (= An der Hand der Mutter Band 1)

Gegen eine Spende erhältlich bei: Legio Mariens Österreich

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