Grund der Hoffnung

„Zeit der Kirschblüte“ – so wird in Japan der Frühling genannt. Dem Spanier José Miguel Cejas (1952-2016) geht es in seinem letzten Buch – nach den ergreifenden Lebenszeugnissen von Christen im Baltikum, in Russland und in Skandinavien – um den Frühling des Glaubens von japanischen Christinnen und Christen, die mit der Personalprälatur Opus Dei verbunden sind. In deutschsprachigen Ländern ist es immer noch schwer, unbefangen und positiv über die Gründung des 2002 heiliggesprochenen Josefmaria Escrivá zu sprechen. Vorurteile und Desinformation kursieren weiter über eine von Skandalen freie Gemeinschaft, die wie kaum eine andere Grundgedanken des Zweiten Vatikanischen Konzils aufgreift, vor allem die „allgemeine Berufung aller Gläubigen zur Heiligkeit“ (Lumen Gentium Kap. V), und diese in der Heiligung des gewöhnlichen Arbeitsalltags verortet.

Cejas führt zunächst in die spannende Missionsgeschichte Japans ein. Der hl.Franz Xaver ging dort am 15. August 1549 nach einer Schiffsreise aus China an Land und erfuhr eine sehr gute Aufnahme, der eine überaus fruchtbare Erstevangelisierung folgte. Durch einen diktatorischen Erlass des Kaisers Toyotomi Hideyoshi wurde 1597 jede Missionstätigkeit verboten und eine harte Christenverfolgung setzte ein. 26 Märtyrer wurden am 5. Februar 1597 in Nagasaki gekreuzigt: Paul Miki und zwei weitere Jesuiten, 6 Franziskaner und 17 gläubige Laien. Christen gingen mehrere Jahrhunderte in den Untergrund, doch „das Blut der Märtyrer ist der Same für neue Christen“ (Tertullian). So erreichte auch Josefmaria Escrivá und seine Nachfolger als Prälaten des Opus Dei der apostolisch-missionarische Ruf nach Japan. Priester und Laienapostel wurden aus der Welt der Arbeit entsandt, kleine Zentren aufgebaut und die Bekehrung vieler zum Glauben erreicht. Ausführlich werden die persönlichen Erlebnisse dabei von Cejas geschildert, auch die Begegnung mit der konfuzianischen und shintoistischen Kultur, ja mit der Seele Japans. Von 1958 an entsandte man Priester und Laien nach Japan, es kam zu einer fruchtbaren Ausbreitung des Opus Dei.

Die Spiritualität und apostolische Vision des hl. Josefmaria Escrivá passt ausgezeichnet in die Kultur und Mentalität Japans. Ein Höhepunkt war der Besuch von Papst Johannes Paul II. 1981. Jedem Gläubigen, natürlich auch Nichtmitgliedern des Opus Dei, können diese erbaulichen und sehr informativen Lebenszeugnisse von Christen aus dem Land der aufgehenden Sonne ans Herz gelegt werden!

Stefan Hartmann

Cejas, José Miguel: Zur Zeit der Kirschblüte. Berichte von der Ausbreitung des Opus Dei in Japan, fe-Medien 2019, 355 Seiten, € 10,30 ISBN: 978-3863572495

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