• Eine geistliche Perle des 21. Jahrhunderts

    Der von Hans Urs von Balthasar begründete kleine Johannes Verlag Einsiedeln mit Sitz in Freiburg hat nach mehreren Veröffentlichungen des herausragenden orthodoxen Theologen Alexander Schmemann (1921-1983), der als offizieller Beobachter am Zweiten Vatikanum teilnahm, nun einige seiner Radioansprachen für „Radio Liberty“, das in Zeiten des Kommunismus Christen im Ostblock zu erreichen versuchte, in einem schmalen Bändchen veröffentlicht. Es handelt sich um einen Kommentar zum in der Ostkirche verbreiteten kurzen „Gebet Ephräms des Syrers“, das in der Fastenzeit mehrmals täglich gesprochen wird. In ihm geht es wörtlich um Befreiung „vom Geist des Müßiggangs, des Überdrusses, der Herrschsucht und des hohlen Geredes“, um „dem Geist der Keuschheit, der demütigen Weisheit, der Geduld…

  • Thomas Morus unserer Zeit

    Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt Regisseur Terrence Malick, der als bekennender Christ einer Episkopalkirche angehört, mit großer Intensität die Biographie des österreichischen Bauern Franz Jägerstätter. Als gläubiger Katholik wurde Jägerstätter am 6. Juli 1943 wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt und am 9. August 1943 hingerichtet. August Diehl und Valerie Pachner verkörpern Franz Jägerstätter und seine Frau Fani emotional aufwühlend, mit sensibler Präsenz und leidenschaftlicher Hingabe. Kameramann Jörg Widmer schuf dazu Bilder von poetischer Eleganz. Terrence Malicks unerschöpfliches Interesse am inneren Kampf seiner Hauptfigur macht „Ein verborgenes Leben“ zum allegorischen Widerstandsdrama über Mut und den Kampf gegen das Böse. Die Filmvita zeigt vor allem einen Franz Jägerstätter, „der seinem Gewissen folgt,…

  • lux et veritas

    Wir leben in einer Zeit, in der es als Makel angesehen wird, konservativ zu sein. Bestenfalls wird der Konservatismus als eine angestaubte Nostalgie belächelt. Die Bannerträger des Zeitgeistes verstehen unter Freiheit die Zerstörung aller in der Geschichte gewachsenen Gemeinschaften, aller kulturellen und institutionellen Bindungen. Konservative jedoch halten dagegen. Sie glauben daran, dass es viel Gutes in unseren Gesellschaften gibt und das zu bewahren sich lohnen würde. Denn es ist zwar einfach etwas zu zerstören, aber ist das, was an die Stelle des Zerstörten tritt, tatsächlich immer auch das Bessere? Roger Scruton, Philosoph und einer der einflussreichsten konservativen Intellektuellen der Gegenwart, führt in diesem faktenreichen, dennoch persönlichen und humorvollen Buch aus,…

  • Ergänzungen der großen Biographie

    Dem evangelischen Dichter Albrecht Goes (1908-2000) sagte sein damaliger Berliner Lehrer einmal zu seiner Verblüffung: “Wissen Sie denn nicht, daß Ihr Verstand auch getauft ist?“ Es war dies der christliche Religionsphilosoph und katholische Theologe Romano Guardini (1885-1968), der immer noch und immer wieder der tieferen Entdeckung und breiteren Würdigung harrt. Er schrieb einmal über „Die Lebensalter“ (Würzburg 1953) und je nach Alter traten seine Bücher ins Feld aufmerksamer Wahrnehmung: für den suchenden Studenten waren es die „Briefe über Selbstbildung“ oder vom Comer See, das „Ende der Neuzeit“ und „Die menschliche Wirklichkeit des Herrn“, in der Mitte des Lebens die Arbeiten über Dante und die leuchtenden Bilder und Gedanken „In Spiegel…

  • Zeitlos aktuell

    Kann ein Schreiben, das vor 50 Jahren verfasst wurde, nach so langer Zeit noch Relevanz für uns haben? Wenn dies zutrifft, dann in besonderer Weise für den Inhalt der Enzyklika „Humanae vitae“ von Papst Paul VI. In einer Zeit großer gesellschaftlicher Umbrüche gab er Antworten auf die Frage des Wesens der Sexualität und wie verantwortliche Elternschaft zu verstehen sei. Seither ist dieses Schreiben ein Zeichen des Widerspruchs, es ist ein Dokument, an dem sich auch innerkirchlich die Geister scheiden. Seit seiner Veröffentlichung wurde sehr viel Energie aufgewendet, um die darin dargelegte Lehre zu widerlegen. In dem vorliegenden Sammelband gehen die Referenten der „Internationalen Sommerakademie 2018“ der Frage nach, wie diese…

  • Wie redet Gott mit uns?

    Jeder Prediger, Theologe und Bibelleser muss sich dem „Wort Gottes“ in der Bibel Alten und Neuen Testamentes antwortend und verstehend nähern. Gewöhnlich wird ein Gegensatz zwischen fundamentalistischem und historisch-kritischem Bibelverständnis gesehen, neuerdings auch eine „kanonische Exegese“. Der Theologe und Journalist Frank Hofmann (Hamburg) geht über solche meist falschen Alternativen hinaus und analysiert sprachanalytisch und theologisch den Begriff „Wort Gottes“ bei Augustin, Martin Luther und Karl Barth, den wohl sprachmächtigsten Vertretern der abendländischen Theologiegeschichte. Dabei knüpft er u.a. an Ingolf U. Dalferths „Religiöse Rede von Gott“ (München 1981) an. In der Bibel sieht Hofmann das Wort Gottes zunächst unterschieden in prophetisches, gesetzliches und schöpferisches Wort. Das personifizierte Wort knüpft an die…

  • Alles für Allah - Cover

    Aufklärungsarbeit

    Natürlich hat jede Religion politische Aspekte und entwickelt politische Theologien. Das gilt besonders für die abrahamitischen Religionen von Judentum, Christentum und Islam. Es kam zu Missbrauch und totalitären Machtansprüchen. Religionsfreiheit und Menschenrechte sind Folgen der Aufklärung, die vom christlichen Personverständnis geprägt wurde. Wie Johannes Paul II. als Papst der Menschenrechte und einer „Kultur des Lebens“ wiederholt betonte, sind auch die Parolen „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ christlichen Ursprungs. Ein „politischer Islam“, wie ihn das Wiener Autorenpaar Nina Scholz und Heiko Heinisch in ihrer neuen Veröffentlichung „Alles für Allah“ beschreibt, wendet sich in vielem gegen die modernen Freiheits- und Menschenrechte. Hier ist der freiheitliche Rechtsstaat herausgefordert, sich an seine eigenen Prinzipien zu halten.…

  • Evangelikale Einleitung ins Neue Testament

    Mit diesem umfangreichen (gut 900 S., ohne Register) Werk, legt Baum den Ertrag seiner bisherigen Forschungs- und Lehrzeit zu den historischen und literarischen Einleitungsfragen der Evangelien und der Apostelgeschichte vor. Er behandelt darin die klassischen, speziellen Einleitungsfragen (Verfasser, Adressaten, Ort und Zeit der Entstehung), sowie Fragen der Textkritik und Kanongeschichte. Das Vorwort nennt in sechs Punkten die Besonderheiten dieser Einleitung, gibt Auskunft über die Entstehungsgeschichte des Buches und nennt in vier Punkten die Gründe für gewisse Darstellungsauffälligkeiten. Offen bleibt, ob diesem Band ein (oder mehrere?) weiterer zu den Einleitungsfragen der restlichen 22 Schriften des Neuen Testaments folgen wird. Die Beschränkung auf die Evangelien, inklusive das lukanische Doppelwerk, als „Geschichtsbücher“ innerhalb des…

  • Die große Entkopplung

    „Bei Anbruch des dritten Jahrtausends erwacht die Menschheit, streckt ihre Glieder und reibt sich die Augen. Die Reste eines schrecklichen Albtraums schwirren ihr noch im Kopf herum. (…) Dann macht die Menschheit sich einen Kaffee und schlägt den Kalender auf. Mal sehen, was heute auf der Agenda steht.“ So beginnt der Bestsellerautor Yuval Noah Harari, Historiker an der Hebräischen Universität von Jerusalem, seine Zukunftsvision über den „Homo Deus“. Die Menschheit hat die Welt erobert. Dies konnte sie erreichen, weil sie im Gegensatz zur Tierwelt in herausragender Weise kooperativ ist. „Jede menschliche Zusammenarbeit im großen Stil beruht letztlich auf unserem Glauben an erfundene Ordnungen.“ Dazu gehört die Fokussierung auf die intersubjektive…

  • Der Kaplan der Solidarnosc

    Endlich liegt eine deutschsprachige Biografie des am 19. Oktober 1984 ermordeten mutigen Priestermärtyrers Jerzy Popieliszko vor. Die promovierte polnische Journalistin Anna Meetschen macht dies mit ihrem deutschen Ehemann Dr. Stefan Meetschen im Kisslegger Fe-Verlag, wo schon mehrere ihrer Heiligen-Biografien erschienen sind, möglich. Der bekannte Bonner Publizist Martin Lohmann verfasste ein Vorwort. Die polnische Sekundärliteratur wurde von Meetschen genau rezipiert. Der damalige „Kaplan der Solidarnosc“ wurde am 14. September 1947, also am katholischen Fest der Kreuzerhöhung, im ostpolnischen Dorf Okopy geboren. Nach der Schulzeit, in der er seine Priesterberufung wegen des herrschenden Kommunismus verborgen halten musste, ging er ins Warschauer Priesterseminar, das günstiger als das Seminar in Bialystok war. Doch zuerst…